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Aber Zögern half ihm auch Nichts; er war einmal entſchloſſen hier zu übernachten, und hatte ſich bis zum Hauſe durchgear⸗ beitet, alſo galt es auch jetzt das einmal Begonnene auszu⸗
führen. So ſeine wollene Decke, die er ſo gut das gehn
wollte als Mantel gebraucht, von dem rechten Arm zurückwer⸗ fend, denſelben frei zu bekommen, überkletterte er jetzt die Fenz noch einmal, nächſt zum Hauſe, durchſchritt den kleinen offe⸗ nen Hofraum, der beide von einander trennte, und klopfte im nächſten Augenblick an die niedere Thür.
Es blieb todtenſtill im Haus— nur war es ihm als ob er das dumpfe Knurren eines großen Hundes höre, das einem fernen Donner nicht unähnlich klang— er horchte eine halbe Minute etwa, und als dann noch Alles ruhig blieb, klopfte er
wieder, und zwar ſtärker als das erſte Mal.
Ein Hund ſchlug jetzt drinnen mit lauter Stimme an, und er hörte gleich darauf zu ſeiner großen Genugthuung Schritte, die ſich der Thüre näherten und davor ſtehen blieben.
„Wer iſt draußen?“ fragte eine, wie es dem Fremden faſt ſchien, vorſichtig gedämpfte Mannesſtimme in ſchlechtem, vielleicht jüdiſchem Engliſch—„Biſt Du's Benjamin?“
„Ein Fremder iſt's“ rief aber der Deutſche, durch et⸗
waiges Zögern den Mann da drinnen nicht vielleicht unnöthi⸗ ger Weiſe mistrauiſch zu machen—„ein Paſſagier der hier
vorbeigehenden Poſtkutſche, die ein Rad zerbrochen hat und nicht mehr fortkann, und der nur für die Nacht Unterkom⸗ men zu finden wünſcht— nur Schutz gegen das furchtbare Wetter draußen.“
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