278
während nur ein paar Stühle weiter, durch ein paar fremde Geſichter getrennt, auch Herrn Theobalds anderer Coyenge⸗ noſſe und Schlafkamerad der finſtere ſchwarze Geſell der ſich Meier an Bord nannte, Platz genommen. Aber ſeine Frau ſaß nicht neben ihm, obgleich mehrere andere Frauen zugegen und keineswegs, wie der Barkeeper gegen die Oldenburger an⸗ gedeutet hatte, von der erſten Tafel ausgeſchloſſen waren.
Dieſe ließen ſich aber immer noch mit einer gewiſſen Scheu an dem, für ihre Begriffe koſtbar beſetzten Tiſche nie⸗ der; das verlor ſich jedoch ſchon bedeutend nach der Suppe, und verſchwand gänzlich wie ſie die rege Geſchäftigkeit der um ſie her Eſſenden bemerkten, bis ſie eben ſo tapfer zulangten als irgend Einer der Uebrigen.
Das Geſpräch bei Tiſch führte indeſſen faſt allein ihr früherer Reiſegefährte Steinert, der hier ſchon ſo zu Hauſe ſchien, als ob er ſeit Jahren Stammgaſt geweſen, und mit allen Leuten bei Tiſch auch bekannt geworden ſein mußte, denn er nannte ſie ſämmtlich bei Namen, und lachte und erzählte nach Herzensluſt. Mehlmeier amüſirte ſich dabei am meiſten über ſeine Witze, die er aber etwas ſchwer begriff, und gewöhn⸗ lich erſt dann an zu lachen fing, wenn die Uebrigen das Er⸗ zählte ſchon beinah wieder vergeſſen hatten. Da er aber pei ſeinem Lachen ein ſehr weinerliches Geſicht ſchnitt, merkten das nur ſeine nächſten Bekannten.
Schultze beobachtete wieder nach ſeiner gewohnten Weiſe die ganze Tiſchgeſellſchaft, hielt, wenn das heimlich und un⸗ bemerkt geſchehen konnte, ſeine aufgehobene und breitgedrehte
5 „


