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wundervollen Abend hinein, und trommelte zu den Liedern den falſchen Takt auf dem Holz, auf dem er ruhte.
Eine Zeitlang hatte ununterbrochenes Schweigen an Bord geherrſcht; es war faſt, als ob ſich Jeder ſcheute den Zauber zu brechen der auf den Schiffen, durch dieſe einfachen vater⸗ ländiſchen Weiſen heraufbeſchworen lag, als plötzlich vom vor⸗ deren Theil der Haidſchnucke, ja faſt wie von dem jetzt ziemlich nahen Lande kommend, an das ſie das Fahrwaſſer des mächti⸗ gen Stromes gebraͤcht hatte, der volle glockenreine klagende Ton einer Nachtigall herüber drang.
„Was iſt das?“ rief Marie faſt erſchreckt auffahrend— „giebt er Nachtigallen in den Wäldern?“
4 s iſt nicht im Wald, das iſt an Bord“ ſagte aber Anna, ſich hhoch empor richtend—„doch zum erſten Mal ſchlägt ſte, ſeit wir in See ſind.“
„Du lieber Gott, ſie hat die nahen Bäume geſpürt und ſehnt ſich nach dem Lande“ ſagte Marie tief aufſeufzend,— iſt es uns doch ſelbſt ganz weh und weich um's Herz gewor⸗ den, als wir wieder die rauſchenden Bäume hörten. Oh weißt Du, Clara, noch die Nachtigall, die immer ſo wundervoll vor Deinem Fenſter ſchlug— aber— um Gottes Willen was iſt Dir— Clara— liebe Clara!“
Der Ausruf galt der jungen unglücklichen Frau, die ſchon, von den heimiſchen Liedern aufgeregt, nur mit Mühe ihre Faſſung bewahrt hatte, jetzt aber bei der ſo wohlbekannten ſo heißgeliebten Weiſe der Nachtigall, die mit furchtbarer Kraft die Erinnerung an die verlaſſene Heimath— an ihr jetziges


