Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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Lippen fielen ſie endlich mit ein in die Melodie, ueſe mehr Muth gewannen, und mit lauterer Stimme, aber innigem Gefühl dem Liede folgten. Wie aber der Schluß verklang, „doch zur Heimath wird es nie“, ſchwiegen beide Choͤre — lautloſe Stille legte ſich über Deck— Keiner hatte mehr das Herz, nach dieſen Strophen noch ein anderes, vielleicht gar triviales Lied zu beginnen. Dem neuen Vaterland hatten ſie heute ein donnerndes Hurrah gebracht, als ſie deſſen Flagge zum erſten Male in der Briſe wehen ſahen, dem alten brachten ſie das Lied, mit mancher heimlich zerdrückten Thräne, mit manchem, gewaltſam in die Bruſt zurückgedrängten Seufzer.

Auch die Cajütenpaſſagiere waren recht ſtill und nach⸗ denkend geworden, Herr von Hopfgarten, der ſich anfänglich mit dem Profeſſor in einen großen ökonomiſchen Streit einge⸗ laſſen, hatte den und die ganze Verhandlung in dem Lied ver⸗ geſſen, und horchte ihm noch viele Minuten, als es ſchon längſt in dem Rauſchen des Stromes und dem monotonen Klappern der neben ihnen arbeitenden Maſchine verſchwom⸗ men war.

b Herr Henkel ging indeß auf der einen, Herr von Benken⸗ droff auf der anderen Seite des Beſahnmaſtes ſpatzieren, wäh⸗ rend Frau Profeſſor Lobenſtein, ihre beiden jüngſten Kinder an ſich geſchmiegt am Fuße deſſelben auf einer Bank ſaß, und der Nacht dankte die ihr die einzeln niederrollenden Thränen ver⸗ barg vor dem Auge der Menſchen.

Nur Doctor Hückler lag behaglich der Länge nach aus⸗ geſtreckt auf der Scheilichtklappe, dampfte ſeine Cigarre in den

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