Teil eines Werkes 
2. Bd. (1855)
Entstehung
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und Treiben, das um ſie her drängte und wogte, und ſie jetzt mit fortnehmen ſollte in eine neue Welt. Sie hatte Nichts das ſie hier zurückließ, und das ſie an das alte Vaterland noch hätte feſſeln können; eine Waiſe ſtand ſie in der Welt und ihr Mann, ihr Kind war die für ſie.

Und dennoch ſchrack ſie faſt unwillkürlich zurück, als ſie, an des Gatten Arme, der den Knaben ſelber jetzt aufgenom⸗ men hatte ihn an Bord zu tragen, das kleine Fahrzeug betrat das ſie ſtromab führen ſollte, dem Seeſchiffe zu. Der warme Dunſt der ſie von unten herauf anwehte, der Theergeruch, das feuchte ſchmutzige kleine Fahrzeug ſelber— ſie ſchmiegte ſich feſter an den Gatten an, wie um Hülfe zu ſuchen gegen dies erſte peinliche Gefühl, und nur erſt als dieſer leiſe aber tief und ſchmerzlich aufſeufzte und die Scene vor ſich mit ängſtlich forſchendem Blick überflog, denn er ſah nicht ein ſtilles, ge⸗ ſchütztes Plätzchen, wo er Weib und Kind hätte unterbringen können, der ungewohnten Umgebung nur in etwas zu entgehn, da zwang ſie mit Gewalt jedes andere Gefühl zurück. Die Nothwendigkeit gebot hier daß ſie ſich fügte; nicht durfte und wollte ſie des Gatten Herz noch ſchwerer machen als es ſchon war, und ſelbſt mit einem Lächeln auf den bleichen Lippen ſagte ſie, ſich flüſternd zu ihm biegend:

„Ach Schade, Paul, daß Du kein Maler biſt; das wäre ein Stoff hier für ein prachtvolles Genrebild.“

„Arme Adele“ flüſterte Eltrich leiſe.

„Arme Adele?“ wiederholte aber die junge Frau, jetzt ernſtlich entſchloſſen das Unvermeidliche auch feſt und freudig