Teil eines Werkes 
2. Bd. (1855)
Entstehung
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Ein junger Burſche, vielleicht achtzehn oder neunzehn Jahre alt, der auch an demſelben Morgen, mit einem ledernen Torniſter auf der Schulter und einem leinenen zerriſſenen Staub⸗ hemd über einem ſehr abgetragenen Röckchen, an das Ufer gekommen war und ſein„Gepäck“ zu dem übrigen geſtellt hatte, war dann noch einmal fortgelaufen und in Schweiß gebadet wiedergekommen, und ſchien über irgend etwas in gro⸗ ßer Angſt und Sorge. Die Leute hatten aber ſämmtlich zu viel mit ſich ſelber zu thun, der Noth und Sorge eines ihrer vermuthlichen Mitpaſſagiere nachzufragen, und der arme junge Burſch, als ſchon ſämmtliches Gepäck an Bord geſchafft wor⸗ den, ſaß noch immer auf ſeinem Torniſter am Ufer, das bleiche Antlitz in die Hand geſtützt, und ſchien wirklich in ſtummer Verzweiflung der Einſchiffung der Uebrigen zuſehn zu wollen, ohne ſelber daran Theil zu nehmen.

Unter den Juden war Einer Namens Wald, ein Mann in den vierzigen, mit einer anſetzenden Glatze, aber ſcharfge⸗ ſchnittenem klugen Geſicht und lebhaften ſchwarzen Augen, der ſich bis dahin von den Uebrigen ziemlich fern gehalten. Neugierig gemacht übrigens, durch das Weſen des jungen Burſchen, ging er jetzt zu dieſem hin, und frug ihn was er hätte oder was ihm fehle. Der arme Teufel klagte ihm da mit Thränen in den Augen ſein Leid— es fehlten ihm wirk—

lich noch funfzehn Thaler an ſeiner Paſſage nach Amerika, und die Rheder wollten ihn nicht mitnehmen, ehe er die volle Summe gezahlt habe; aber er m üſſe mit fort, und wenn ihn das Schiff nicht mitnähme ſei er rettungslos verloren.

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