Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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251. ſprach faſt kein Wort, trank aber oft aus der Flaſche, die zum erſten Mal offen in der Stube ſtand, und woraus ſich auch die Mutter zweimal einſchenkte, und ſich dann zu dem jüngſten Kinde ſetzte, und es auf den Schoos nahm und küßte.

Weshalb weinſt Du, Mama? ſagte das zweite Kind, ein Junge von etwas über fünf Jahrenhat Dir Jemand 'was zu Leid gethan?

Weil ſie eine Närrin iſt, brummte der Vater, der die Frage gehört hatte, und jetzt einen ärgerlichen Blick nach der Frau ſchoßich dächte wir hätten nun genug darüber ge⸗ ſchwatzt und die Sache wär' abgemacht.

Nun ja ich ſage ja auch kein Wort mehr dagegen, erwiederte die Fraues es überkommt Einen nur noch manchmal ſo nachher wird's beſſer und es geht ja doch nun einmal nicht anders, ſetzte ſie ſtill und ſchwer vor ſich hinſeufzend, hinzu.

Steffen entgegnete nichts weiter darauf, ſchickte aber bald darauf, unter irgend einem Vorwand, die Kinder mitſammen hinaus in den Garten, und ſagte dann, als er ſich mit der Frau allein ſah, mürriſch und finſter:

Du flennſt und flennſt, und wirſt die Bälge noch zuletzt aufmerkſam und ängſtlich machen mit Deiner Heulerei kannſt Du ſie hier ernähren, ſo bleib da, ich habe Nichts da⸗ gegen; kannſt Du's aber nicht, dann ſei auch vernünftig und mach' jetzt keine dummen Streiche es wär' ein Spaß, wenn ſie uns abfaßten, und Du weißt am Beſten was uns nachher bevorſtünde.