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Haus, das früher einmal von einem Forſtgehülfen des herr⸗ ſchaftlichen Waldes bewohnt, dann aber nicht mehr benutzt,
und um ein Billiges, eigentlich auf Abbruch, verkauft worden
war. Der Mann der es kaufte aber, hatte früher ebenfalls in herrſchaftlichen Dienſten geſtanden, und dann das Metzger⸗ Handwerk getrieben; ſein wildes, liederliches Leben jedoch
ließ ſein Geſchäft nicht fördern, noch vorwärts gehn. Er ſchien
auch keine rechte Luſt an einer regelmäßigen Arbeit zu haben, heirathete dann, als er Alles was er ſein nannte, durchge⸗ bracht, ein Mädchen vom herrſchaftlichen Gut, das den Dienſt
dort verlaſſen mußte und von dem Herrn ſelber eine Abſtands⸗ ſumme bekam, und kaufte mit dem Gelde eben das kleine un⸗ wohnliche Gebäude, das er nichtsdeſtoweniger bezog, und ſich
jetzt angeblich vom Viehhandel ernährte. Er zog im Lande herüber und hinüber, und kaufte und verkaufte Vieh, mehr
aber noch trieb er ſich in den Wirthshäuſern herum, wo er trank und ſpielte, und den ſchlimmſten Ruf im Lande hatte,
den ein Menſch haben kann, ohne daß jedoch die Polizei den mindeſten Halt an ihn bekommen konnte. Aber die ordent⸗ 6 lichen Leute zogen ſich von ihm zurück; Niemand mochte Um⸗ gang mit ihm oder ſeinem Weibe haben, und auf dem Weg N zu ſeinem Hauſe wuchs Gras; wen dort nicht ein beſonderes Geſchäft hinführte, betrat ihn nimmer.
So hatte der„ſchwarze Steffen,“ wie er im Lande ſeines dunklen Haares und Ausſehns wegen hieß, ſechs Jahre in dem kleinen Haus gewohnt, und ſein Weib ihm, außer dem Kind das ſie in die Ehe gebracht, noch drei andere geboren. In der
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