„Georg!“ ſagte er, als er die Thuͤr öffnete, die in des Sohnes Kammer führte—„Georg— es wird Zeit— hei⸗ liger Gott!“ unterbrach er ſich aber raſch und erſchreckt als er das Gemach leer, das Bett unberührt und keine Spur mehr von dem Kinde fand—„heiliger, erbarmender Gott— er iſt fort!“ Und wie er ſich auch vorgenommen ſich zu faſſen, und der Frau, dem Kind, die letzten Augenblicke nicht mehr zu er⸗ ſchweren, durch ſeine eigene Schwäche, traf ihn der Schlag doch zu hart— zu unerwartet. In dieſem Augenblick betrat die Mutter das Zimmer, und ſah wie der Vater ſich erſchüttert von der Thür abwandte und das Antlitz in den Händen barg.
„Mein Sohn— mein Kind!“ ſtammelte ſie, in der ſie durchzuckenden Ahnung des Geſchehenen, der ſie wie ein jäher Schlag in's Herz traf—„wo iſt— wo iſt Georg?“ Aber der Vater zog ſie an die Bruſt, und ihre Stirn, auf die ſeine heißen Thränen fielen, küſſend, flüſterte er leiſe:
„Er hat uns den Schmerz des Abſchiedes ſparen wollen, Louiſe— er iſt fort!“
„Fort!“ hauchte die Frau— kaum noch den Sinn der Worte faſſend, und brach bewußtlos in den Armen des Gatten zuſammen.
Außerhalb Waldenhayn, wenn auch noch zu demſelben Kirchſpiel gehörend, und dicht an der Grenze des bis hier her⸗ niederlaufenden Holzes, ſtand ein kleines, ſchon halb verfallenes


