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Schöpfer daß er uns morgen in der ſchweren Abſchiedsſtunde ſtärkt— gute Nacht mein Georg— gute Nacht.“
Leiſe machte er ſich los aus des Sohnes Arm, küßte ihn noch einmal, und verließ dann raſch das Zimmer. Georg aber blieb lange, lange Minuten auf dem Stuhle ſitzen wo ihn der Vater verlaſſen, das Geſicht in ſeinen Händen bergend.
„Gute Nacht,“ flüſterte er endlich leiſe und kaum hörbar, als Alles ſchon im Hauſe ſtill war, und zu Ruhe gegangen— „gute Nacht Ihr Lieben und Gott ſchütze Euch und mich; aber nicht möglich wäre es mir, die furchtbare Trennungsſtunde noch einmal durchzuleben, nicht möcht' ich Dir Vater, Dir Mutter den Schmerz, das bittere Weh zum zweiten Mal bereiten. Es iſt vorbei— Alles vorbei, und wenig Stunden noch und die Heimath ſelber liegt, ein ſchöner Traum nur, in der Erinnerung Tiefe. So denn an's Werk“ ſetzte er feſt und entſchloſſen hinzu, und ob das Herz darüber brechen will,„durch“ iſt mein Wahl⸗ ſpruch jetzt, durch Nacht zum Licht— durch!“
Und mit den, feſt zwiſchen den zuſammengebiſſenen Zäh⸗ nen gemurmelten Worten ſtand er auf, und ſein Schlafzimmer öffnend warf er den Rock ab, und badete Geſicht und Nacken in kühlem Waſſer. Dann, als er die Glut die ihn durchtobte, in etwas gelöſcht, packte er den kleinen Nachtſack mit den, ſorg⸗ lich für ihn auf dem Waſchtiſch ausgebreiteten Gegenſtänden, zog ſich wieder an, knöpfte den Ueberrock bis an den Hals zu, denn die Nacht war kalt, und nach der gehabten Aufregung fröſtelten ihn die Glieder, und im Zimmer umherſchauend fiel ſein Blick auf den, unter dem Spiegel ſtehenden, für ihn ein⸗


