hob es mit der Linken und ergriff mit der anderen Georgs Hand. Er hatte etwas zum Herzen des Sohnes, zum Troſt vielleicht der Mutter ſprechen wollen, aber die Worte ſchwollen ihm im Mund— er brachte eine volle Minute keine Sylbe über die Lippen, und ſich gewaltſam faſſend und zuſammen⸗ nehmend ſagte er endlich:
„Auf ein frohes Wiederſehn Georg!“
Georg preßte des Vaters Hand und trank ihm und der Mutter und den Geſchwiſtern zu— und die Mutter hob ihr Glas und ſtieß mit dem Sohne an, aber mehr vermochte das Mutterherz nicht— zu lange hatte ſie jetzt gewaltſam gegen ihr eigenes Gefühl an⸗ und den Schmerz niedergekämpft, den Anderen zu Liebe; länger war ſie es nicht im Stande, und das Glas mit zitternder Hand niederſetzend, daß der Wein über und auf das Tiſchtuch floß, ſtand ſie auf, warf die Arme krampfhaft um den Hals des Sohnes und ſchluchzte laut.
„Mutter, liebe— liebe Mutter—“
„Mein Kind— mein Kind,“ jammerte die Frau und der Schmerz wuchs an Heftigkeit, wie der mächtig aber ſtill dahin⸗ wälzende Strom ſchäumend hinausdonnert in's Freie, wo er ſich erſt einmal Bahn gebrochen aus ſeinem Bett—„mein liebes— liebes Kind!“
„Aber Mutter,“ bat der Paſtor,„faſſe Dich; es iſt ja doch nur vielleicht auf kurze Zeit, bis ſich der Junge draußen die Hörner abgelaufen, und ihm die Heimath anders ausſieht wie jetzt; dann kommt er wieder.“
„Liebe— liebe Mutter,“ flüſterte Georg, ſie innig an ſich


