Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

216

derte, bat ſie mit dieſen reiſen zu dürfen. Henkel ſelber ſchien nicht recht damit einverſtanden, fügte ſich aber doch endlich den Bitten ſeiner jungen Frau.

Wenn aber bei Dollinger's im Haus wenig mehr als Wäſche und Kleider herzurichten waren, nur zu einer Reiſe nicht zu einer Ueberſiedlung nach Amerika, und man dieſe ſchon großentheils gepackt und vorausgeſchickt hatte, die letzten Stun⸗ den in der Heimath durch kein Ausſuchen und Packen geſtört zu haben, ſo ſchien dagegen bei Profeſſor Lobenſtein das ganze Haus von innen nach außen gekehrt zu ſein.

Der Profeſſor nämlich hatte auf keinerlei Weiſe bewogen werden können mit ſeinen Sachen eine Auction anzuſtellen, und nur das Nothwendigſte mitzunehmen, da Fracht und Speſen unterwegs ein wirkliches Capital auffreſſen würden, für das er ſich Alles was er dort brauchte auch an Ort und Stelle neu anſchaffen könnte. Allen die ihm dies riethen

zeigte er aus verſchiedenen Schriften die ſtatiſtiſch aufgeſtellten

Arbeitslöhne der verſchiedenen Handwerker, wie die Preiſe der

Proviſionen, und bewieß ihnen auf das Klarſte und Unum⸗

ſtößlichſte was jedes einzelne Stück Meublen und Hausgeräth

in nothwendiger Folgerung in Amerika koſten müſſe. Eben

ſo hatte er ſich mit unendlicher Ausdauer einen Ueberſchlag der verſchiedenen Frachtpreiſe nach New⸗Orleans, und von da in's Innere gemacht, bis er endlich zu dem obigen Reſul⸗ tat gekommen, und nun auch augenblicklich eine Anzahl Tiſch⸗ ler in Arbeit ſetzte, laut er neue Kiſten für ſeine Sachen anzu⸗ fertigen.