Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Auch mein Hausherr verlangt höheren Zins— ſchon voriges

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„Ja das weiß Gott,“ ſeufzte der Aktuar, dem der Ge— danke ſelbſt den Geſchmack am Bier wieder zu verderben ſchien, denn er ſetzte das ſchon zum Mund gehobene Glas unberührt vor ſich nieder—„und wenn das noch eine Weile ſo fort geht, können wir alle mit einander verhungern oder davon⸗ laufen.“

„Nun Ihr habt gut reden,“ ſagte Kellmann,„Ihr be⸗ kommt vom Staat Euer Gewiſſes und könnt Euch genau da⸗ nach einrichten— Euer Geld muß Euch werden, wenn der erſte jedes Monats kommt, unſereins hängt aber allein von den Zeiten ab, und wenn die Lebensmittel knapp werden, kauft Niemand einen Pelz. Holz will auch ſein und daran kann ſich nachher die ganze Familie wärmen.“

„Ihr redet wie Ihr's verſteht,“ brummte der Aktuar,— „unſer Gewiſſes bekommen wir, das iſt wahr, aber nur des⸗ halb, damit wir gewiſſes Elend vor den Augen haben. Ich habe fünfhundert Thaler Gehalt, und Frau und Kind und Dienſtmädchen zu ernähren, und ſoll anſtändig dabei gekleidet gehn, denn vor zehn und zwanzig Jahren hatte ein Aktuar in meiner Stellung auch nicht mehr, und machte das Alles mög⸗ lich, ja befand ſich wohl dabei. Jetzt aber wird Brod, Butter, Fleiſch, Holz, Wohnung, kurz Alles was wir nun einmal zum Leben brauchen, geſteigert von Tag zu Tag, aber meine fünfhundert Thaler bleiben; vor zehn Jahren kaufte ich zwanzig Pfund Brod für daſſelbe Geld, für das ich jetzt nicht zehn bekomme— aber meine fünfhundert Thaler bleiben.