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Keim, und wie ſich das Herz der ſchönen Blume gleich zu⸗ ſammenzog, als der Herbſtſturm über die Haide fuhr, mit rauher Hand den Blattſchmuck von den Bäumen riß und zu Boden warf und Schnee und Eis vor ſich hin jagte über die erſtarrende Flur, ſo öffnet es ſich jetzt mit vollem Athemzug wieder den balſamiſchen Frühlingsgruß, und vorbei, vergeſſen liegt vergangenes Leid— wie der verwehte Sturm ſelber keine Spur mehr hinterließ und die ſchönſten Blumen jetzt gerade an den Stellen blühen, wo er am tollſten, raſendſten getobt.
Ein warmer erquickender Regen war die letzten Tage ge⸗ fallen, und ſo gut er dem Land gethan, hatte er doch die Be⸗ wohner des nahen Städtchens in ihre Häuſer und Straßen gebannt gehalten, von wo aus ſie ſehnſüchtig die nahen grü⸗ nenden Berge theils, theils die dunklen Wolken betrachteten, die nicht nachlaſſen wollten Segen auf die Fluren niederzu⸗ träufeln. Heute aber hatte ſich das geändert; voll und warm glühte die Sonne am Himmelszelt und hinaus ſtrömten ſie in jubelnden Schaaren, hinaus in's Freie. Der„rothe Drachen“ vor allen anderen Plätzen, der ſo reizend an der Oeffnung des Thales lag und die Ausſicht bot in das darunter liegende freie Land, hatte dabei ſein reichlich Theil erhalten der fröh⸗ lichen Schaar, daß die Wirthin mit ihren Kellnern und Mäg⸗ den nicht Hände genug hatte zu ſchaffen und herzurichten, und die Tiſche und Bänke im Garten draußen faſt alle beſetzt wa⸗ ren rund herum von Schmauſenden.—
Der„rothe Drachen“ ſollte übrigens, wie die Sage ging,
ſeinen Namen von einem wirklichen Drachen bekommen haben,


