Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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ſo lange gefangen gehalten oder doch feſt und ängſtlich einge⸗ klemmt, nun endlich einmal enthoben zu ſein, und die Vö⸗ gel zwitſcherten ſo froh und munter in den Zweigen der alten knorrigen Linde, die unfern der Thüre ſtand, und flatterten und ſuchten herüber und hinüber, aus den blühenden Obſtbäu⸗ men fort über den Hof und von dem Hof wieder fort in dicht verſteckten Aſt und Zweig hinein, mit einem gefundenen Stroh⸗ halm oder einer erbeuteten Feder im Schnabel, daß Einem das Herz ordentlich aufging über das rege glückliche Leben. Und wie blau ſpannte ſich der Himmel über die blühende, knospende Welt, wie leicht und licht zogen weiße duftige Wolken, Schwä⸗ nen gleich, durch den Aether hin, farbige, flüchtige Schatten werfend über Wieſen und Feld und die weite Thalesflucht, die ſich dem Auge in die Ferne öffnete und dem leuchtenden Blick neue Schätze bot, wohin er fiel.

Ein Frühling in Deutſchland ein Frühling im Va⸗ terland; oh wie ſich das Herz da mit der wirbelnden, ſchmet⸗ ternden Lerche hebt und jubelnd, jauchzend gen Himmel ſteigt; zwinge die Thräne da nicht zurück, die ſich Dir, dem Glück⸗ lichen, in's Auge drängt in ihrem Blitzen preiſeſt Du den Vater droben, wie es die jubelnde Lerche dort thut, die mit zitterndem Flügelſchlag über den grünen Matten ſchwebt; wie das raſchelnde flüſternde Blatt im Wald, wie der ſchwan⸗ kende, thaugeſchmückte Halm und die knospende, duftende Blüthe im Thal. Ein Frühling im Vaterland oh wie ſchön, wie jung und friſch die Welt da um uns liegt in ihrem bräutlichen Glanz, voll neuer Hoffnungen in jedem jungen

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