Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Tag hinein, und konnte oft ſo herzlich dabei lachen, daß es Einem ordentlich gut that, ihm zuzuhören. Selbſt Sophie ent⸗ ſagte dann nicht ſelten ihrem ſonſt etwas mehr abgeſchloſſenen, faſt ſteifen Weſen und kam zu ihnen, Theil an ihrer Fröh⸗ lichkeit zu nehmen.

Nur in den letzten Tagen war der jungeAmerikaner wie er im Hauſe gewöhnlich ſcherzhaft hieß, oder derDela ware wie ihn Sophie, wenn ſie manchmal bei recht guter Laune war, nannte, auffällig niedergeſchlagen geweſen; er hatte Briefe von Amerika bekommen, wie er ſagte, und ein ſehr lieber Freund von ihm war dort ſchwer erkrankt, auch ein Schiff das ihm gehörte, und das nicht verſichert worden, ſo lange ausgeblieben, daß ſein Compagnon faſt den Untergang deſſelben befürchte. Der alte Herr Dollinger tröſtete ihn des⸗ halb, und er ſchien ſich auch darüber hinwegzuſetzen, die ſonſt ſo blühende Farbe ſeiner Wangen wollte aber doch nicht ſogleich wieder dorthin zurückkehren, und das Auge hatte etwas Unſicheres, Unſtätes, ihm ſonſt gar nicht Eigenes bekommen.

Nur heute, zu dem Feſt der holden Jungfrau, die er bald

die ſeine zu nennen hoffte, hatte er all die trüben Gedanken,

welcher Art ſie auch geweſen, und woher ſie ſtammten, von ſich abgeſchüttelt, und war ganz wieder der frohe glückliche Mann, wie ihn Clara kennen lieben gelernt. Auf ſeinen Wunſch nur, womit Frau Dollinger eigentlich nicht ganz ein verſtanden geweſen, war auch heute keine größere Geſellſchaft geladen worden, ſondern die kleine Familie ſpeiſte ganzunter ſich in dem feſtlich mit Blumen und Guirlanden geſchmückten