Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5 gerade Schwierigkeiten machen, doch etwas Genaueres über die Exiſtenzmittel eines Mannes erfahren, dem er das Glück und Leben eines lieben Kindes anvertrauen ſollte. Henkel ſelber bot ihm dazu die Hand und gab ihm Adreſſen an ver⸗ ſchiedene Häuſer in New⸗Orleans, die ihm über ſeine dortige Stellung genaue Auskunft geben konnten.

Nach ſeinem Vermögen mochte der alte Dollinger, wenn auch Kaufmann, nicht ſo genau forſchen; er war ſelber reich genug, einen reichen Schwiegerſohn entbehren zu können, und etwas Vermögen mußte der junge Mann haben, dafür bürgte ſein ganzes Auftreten, bürgte beſonders in den Augen ſeiner Frau der reiche und wirklich koſtbare Schmuck, den er trug. Joſeph Henkel war aber auch außer⸗ dem ein intereſſanter und ſehr geſcheidter Mann, der Man⸗ ches in der Welt ſchon geſehen und erlebt, und das Geſehene und Erlebte mit lebendigen Farben und Worten zu ſchil⸗ dern wußte. Er hatte die ganzen Vereinigten Staaten von Nord nach Süd und von Oſt nach Weſt durchſtreift, und dort theils ſeinen Geſchäften gelebt, theils gejagt, ſogar ein kleines Dampfſchiff auf dem Arkanſas laufen gehabt, mit den India⸗ nern Handel zu treiben, und ihnen die Produkte des Oſtens gegen ihre eigenen Fabrikate und den Gewinn ihrer Jagden einzutauſchen. Er war auch einmal von jenen wilden trotzigen Stämmen, die uns Cooper ſo herrlich und unübertroffen be⸗ ſchrieben, gefangen genommen und zum Opfertod verdammt, und damals wirklich nur durch ein halbes Wunder gerettet worden, und Clara hatte eine ganze Nacht nicht ſchlafen kön⸗