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Dampfboot ſtromab, und hielt auf ihr Winken, ſie an Bord — zu nehmen. Herr und Frau Dollinger, mit Sophie, von den Kahnführern unterſtützt, hatten auch ſchon glücklich die Treppe und das Deck erreicht, und dicht hinter ihnen folgte Clara, als
dieſe ſich plötzlich erinnerte, ihre Geldtaſche im Kahn ver⸗ — geſſen zu haben, und anſtatt dieſe ſich heraufreichen zu laſſen, ſelber wieder zurückſprang ſie zu holen. Durch das Hinein⸗ ſpringen fing aber der ſchmale Kahn an zu ſchwanken, wäh⸗ rend ſie, die vergeſſene kleine Taſche aufhebend, das Gleich⸗ gewicht verlor und, mit dem Kopf voran, in den Rhein ſtürzte. Unglücklicher Weiſe waren gerade in dem nämlichen Augen⸗ blick die Kahnleute an Deck des Dampfers geſtiegen, den Koffer eines Paſſagiers, der mit an Land fahren wollte, in ihren Kahn zu heben, und wenn ſie jetzt auch, auf das Geſchrei an 8 Bord, raſch in dieſen zurückſprangen, trieb doch Clara ſchon hinter dem Dampfboot aus, als der junge, eben von Amerika zurückgekehrte Mann, der dem ganzen Vorfall vom Deck des Dampfers zugeſehn, mit keckem Muth ins Waſſer ſprang und 4 die Jungfrau doch wenigſtens ſo lange an der Oberfläche un⸗ terſtützte, bis das Boot herbeikam ſie beide aufzunehmen. Das Weitere nahm einen ziemlich einfachen Verlauf, Joſeph Henkel, wie der junge Mann hieß, gewann ſich in den nächſten Wochen, die er in der Geſellſchaft der ihm zu großen Dank verpflichteten Familie zubrachte, die Achtung des Vaters und die Liebe von Mutter und Tochter, und als er zuerſt bei der Mutter um die Hand der Tochter anhielt, ſagten Beide nicht nein. Allerdings wollte der Vater erſt, wenn auch nicht


