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Erwache, Robert von Leuen! Erwache, und ſammle in eine Trauerurne die Aſche Deines Weibes und Deines Knäbleins!—
Ein Hohngelächter ſcholl hinterher, doch ehe es noch verhallt war, trat eine zweite Geſtalt raſch zu der erſten, ergriff wie ein Geſandter der Hölle den teufliſchen Lacher, Oberſt Wildung's Stimme donnerte: Mordbrenner! Hin⸗ unter zur Strafe ſanatiſchen Frevels! und den Felſen her⸗ ab flog der ſchwarze Rufer, und das Waſſer empfing ihn mit praſſelndem Getöſe und verſchlang ihn.
Mit ſtarken Armen hatten die Männer das Fahrzeug dem Schloſſe nahe getrieben. Aufgeſtoßen wurde jetzt das Fenſter; Eugenie, das Kind auf dem Arm, erſchien in Verzweiflung und höchſter Angſt.
Herab! Herab in Deines Gatten Arm! rief Robert im furchtbarſten Gefühle der Gefahr, die ſein Liebſtes umſchwebte.
Rufſt Du? rief ſie zurück. Rufſt Du, meines Gat⸗ ten Geiſt? Ich komme, und bringe Dir treu Deinen Knaben.
Schnell entſchloſſen ſtürzte ſie ſich herab von dem Bal⸗ kon. Das Kind entfiel ihr, Guido warf ſich zur Seite aus dem Kahn, es zu faſſen; geſchickt den Kahn wendend, hatte bald Robert die Ohnmächtige den Wogen entriſſen, ſanft in das Boot gelegt, und ruderte jetzt mit über⸗ menſchlicher Kraft dem Ufer zu. Amanda und ſeine Dienſtleute empfingen ſie; auf weichem Lager erwachte Eugenia bald in des Todtgeglaubten Armen. Welch ein Augenblick! Nur Ausrufe, nur halbe Worte bezeichneten das Entzücken der trunkenen Seelen!— Da faßte ein eiskalter Schreck Eugeniens heiße Stirn, den Gatten zu⸗ rückſtoßend, fuhr fie empor. Mein Kind! lallte ſie. Dein


