Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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Auch eines Abends ſaßen ſie ſo, da nahm ſich Ro⸗ bert zuſammen und ſprach: Wir ſind uns gut, meine Amanda, und doch quälen wir uns, verwirren unſere Sinne und könnten unſchuldig und willenlos recht elend werden. Höre mich drum recht ruhig an! Und nun erzählte er ihr ſeine Schickſale, und von ſeinem edel⸗ herzigen Weibe, und wie er eines Königs Günſtling ge⸗ tödtet und darum flüchtig geworden, wie Preiſe auf ſei⸗ nen Kopf geſetzt, und er endlich Schutz gefunden hatte unter dem mächtigen Adlersbanner des Zaars. Still⸗ weinend legte Amanda ihr Geſicht in ſeinen Schooß.

Nicht alſo! ſprach der edle Herr von Leuen zu ihr. Wir ſcheiden nie mehr, ich bleibe ewig Dein Freund, Dein Bruder, Dein Vater; unſerer Herzen Band iſt ein Himmelsknoten, von keiner Menſchenhand zu löſen. Aber wir wollen Entſcheidung ſuchen, ſo oder ſo, ehe das Erdenfeuer uns verzehrt oder befleckt mit unauslöſch⸗ lichen Narben. Dieſes Kleid ſchützt mich, wir wollen in mein Land zurück. Iſt treu geblieben die Frau von Leuen, hauſet ſie noch als trauernde Wittwe im Schloſſe am See, ſo bringe ich ihr eine Schweſter; iſt es etwa anders geworden dort auf irgend eine Weiſe, dann, Amanda, dann Er ſprach nicht aus, denn Amandens üppige, volle Arme umpreßten gewaltſam ſeine Bruſt.

Beide reiſeten nun zum Prinzen Alexius. Ein un⸗ ermeßlicher Schatz in Juwelen, der verborgen in heim⸗ lichen Gemächern des Großveziers gelegen hatte, war durch die Georgierin zu Roberts Händen gekommen; er wurde eingepackt und mit den ſchützenden Papieren des Zaars durch den Feldherrn verſehen, mit neuen Würden belohnt, zogen ſie dem Weſten zu, und betraten mit halb

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