Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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um ihren Beſieger; alles wollte ſie ihm ſein; das Obſt, den Wein, der ihm wurde, mußte ſie ihm reichen, ſie ordnete ſeine Polſter, ſie ſang ihm zur Laute Lieder des Morgenlandes, ſie brachte ihm täglich neue Kränze, ſein Bett zu zieren, und mit dem Dufte der Blumen ſeine Sinne zu friſchen.

Wochen ſchlichen hin, ſie ward ihm unentbehrlich; jeder Tag verband ihn neu und feſter mit ihr. Früh war ſie aus Georgien in den Dienſt des Großveziers gekommen, ſie hatte keinen Mann geſehen, als ſeine Schwarzen, mit unbeſchreiblicher Liebe hing ſie ſich jetzt an den hochherzigen Krieger, der ihr wie ein Gott er⸗ ſchienen war.

Der Friede kam, die Heere zogen heim, doch blie⸗ ben die Ruſſen an den Grenzen. Die Georgierin war unzertrennlich von Roberten, wurde es noch mehr im müßigen Leben der Waffenruhe. Er ward ihr Lehrer, er gab ihr das Licht des Glaubens. Cäcilia Amanda nannte er ſie bei der Taufe, ſein Gefühl für ſie in den Namen ausdrückend, und Amanda rief er ſie immer, wenn er ſie nicht Geliebte rufen wollte und durfte.

Doch immer ſchwerer wurde die Lage für das glü⸗ hende Mädchen, wie für den kraftreichen Mann. Sie lag an ſeiner Bruſt jeden Abend in kühler Laube, fragte nach manchem Räthſel der Natur, ließ ſich erzählen von Weltengeſchichte und Völkern und Ländern; er tän⸗ delte in ihren Locken, ſie hing ſich an ſeinen Mund, und wenn er ſich dann mit blitzenden Augen plötzlich aufriß und ſchnell in ſein Schlafgemach eilte, da warf ſich das liebeathmende Mädchen traurig auf ſeine Pol⸗ ſter und ſeufzte: Amanda iſt doch nicht ſchön, denn Er liebt ſie ja nicht!