Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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Ein Jahr ſchon hatte der blutigſte Krieg im Oſten gewüthet. Bald ſtand der Adler als herrſchendes Stern⸗ bild am Abendhimmel, bald der rothe Türkenmond; hin und her ſchwankte der Sieg. Mit friſchen, jugendlichen Schaaren drang jetzt der Reußen Feldherr vor bis in das Herz des Türkenreichs; die Hauptſtadt war bedroht; alle Baſſen führten zum Schutze des Großherrn ihre Heerhaufen auf den Platz der Entſcheidung; ein Schlag mußte hier die Krone gewinnen.

Ein Nebel, ſelten unter dieſem Himmel, ſenkte ſich langſam im Morgenlichte auf die blumichten Thäler; die nahen Städte, die herrlichen Kuppeln der Moſcheen, die hohen Landhäuſer ragten aus den wallenden Thau⸗ wolken in das frühe Licht hinaus; dann erſchienen über ihnen gehelmte Häupter, flatternde Fahnen, bis ſie plötz⸗ lich, wie ein Vorhang fallend, eiſerne Reihen, glühende Antlitze, ganze Wälder ſchimmernder Waffenträger ent⸗ hüllten.

Auf ſeinem Mohrenkopfe hielt der Herr von Leuen vor einem Geſchwader, ernſt, in ſtiller Erwartung, Hel⸗ denruhe auf der fleckenloſen, nur vom Unglücke, nicht von der Schuld gefurchten Stirne. Graf Romanzow, des Prinzen Adjutant, ſprengte flüchtig heran und reichte ihm eine Ordre. Leuen las. Ich weiß des Blattes Wort, ſprach Romanzow, indeß Leuen über das Papier die Blicke hinſchweben ließ. Dem Bravſten wird der böſeſte Platz. Dort ſteht die furchtbarſte Batterie und der Janitſcharen Kern, denn dort gleich hinter der Waf⸗ fenlinie glänzen des Großveziers herrlichſte Schlöſſer; weder Weiber noch Schätze hat er flüchten können, denn unſere Baſchkiren waren hinter ſeiner Fronte auf allen Wegen, und zu raſch trieben wir ihn hierher;