Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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Auch neben Eugenien von Leuen ſtand der Engel von Tröſtung in der Geſtalt ihres zarten Knäbleins, das noch der Vater nicht geſegnet hatte. Waren es nicht des Vaters ſchwarze Augen, mit denen der Kleine ſo keck in die Welt ſchaute? War es nicht des Vaters Trotz, der die kleine Stirn unter dunkeln Seidenringeln furchte? Alle Umgebungen hatte ſie unverändert gelaſſen ſeit dem Scheidemomente; noch hingen ſeine Waffen, ſein Jagd⸗ geräth an derſelben Wand; noch ſeine Hauskleider an ihrem einſamen Lager, und ſo lebte ſie von Minute zu Minute in der Hoffnung, er werde jetzt in die Thür treten, und in einer Umarmung mit dem Schleier der Vergeſſenheit alle ihre Entbehrungen, allen ihren Jammer bedecken. Arme Eugenie! Schwärzer noch ſollte der Tag Deinen Himmel färben, an welchem ſo nur ein Sternbild ſchimmerte, die Gotteskrone, die jenſeits das unſchuldige Leid krönend ſchmückt.

Der Oberſt Wildung ſaß neben ihr mit dem Knaben ſpielend, mit zartem Geſpräch, erzählend und tändelnd, ihr die lange Zeit zu kürzen. Da meldete der Diener einen Fremden, und herein trat eine ausländiſche Ge⸗ ſtalt, in weiten, faltigen Kleidern, mit Piſtolen und krummem Säbel bewaffnet, auf dem wilden, ſchmutzigen Haar eine hohe Mütze tragend, gelb das Geſicht, unge⸗ ordnet der lange Bart. Er neigte ſich tief vor der edlen Frau, und fragte: Ihr ſeid die hohe Frau von Leuen, meines Herrn Gemahl?

Wie fuhr Eugenie auf, ihm entgegen, lautlos in erwartender Freude! Aber erſchrocken wankte ihr Schritt, als der Koſak hinzuſetzte: Ich bin ein böſer Bote, zu ſolcher holden Herrin geſendet, denn ich bringe den letzten