Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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ſich die Streiter: eine Kugel ziſchte auf des Günſtlings Bruſt; Freunde riſſen den Beleidigten und Gerächten fort der Grenze zu. Der junge König wüthete, Preiſe wur⸗ den, ſolange der Liebling mit dem Tode rang, auf des Mörders Kopf geſetzt, aber man hörte nirgend von ihm. Seine Güter ſollten eingezogen werden, doch des Königs Schweſter, Eugeniens Freundin, hinderte die Ausführung des ſtrengen Spruchs; der Günſtling genas, Jahre ver⸗ liefen, die Wunde vernarbte, der Herr von Leuen blieb verſchwunden. Und Eugenie? fragte Robert heftig.

Sie wurde Mutter in Thränen, ohne Vater, ſagte

leiſe der Jüngling.

Mutter! und treulos doch! fiel dumpf der Finſtere ein. Treulos? lallte der Sänger nach. Wer ſagt dase Welche Raupe beſchmutzt dieſe Roſe? O nein, nein! Ich war ein Knabe nur, als ſie noch glücklich war, mein erſtes Saitenſpiel erklang ihr, mein erſtes Lied war ihrer Schöne Preis; ſie kennt mich nicht, aber um⸗ ſchwebt hat ſie Guido, ſolange er empfunden, wie der Zwiefalter den duftenden Lindenbaum. O ſie iſt rein wie Engel und Cherubim Graf Orni, der König ſelbſt, der herrlichen und herriſchen Freier Hunderte umdrängten ſie: ſie lebt im Wittwenſchleier treu und ſtill, pflegt den kleinen Erben ihrer Liebe, und begrüßt, wenn die Sonne ſteigt, wenn die Sonne ſinkt, den Platz, wo eine Blutthat ihren Himmel zerriß; und dann ſitze ich, wenn die Sonne ſteigt, wenn die Sonne ſinkt, und grüße die Treue mit Geſang, und bin auch treu, und doch ohne Wunſch.

Sie beſucht die bunten Feſte des Hofes! ſagte der Finſtere wie zu ſich ſelbſt.