Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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kennt' ich ſie nicht, ſo wäre die Sonne aus meinem Leben gewichen. Sie iſt das einzige, herrliche, vollendete Weib; eitle Fratzen iſt das andere Frauengedräng. Ohne ſie wäre mein Saitenſpiel ohne Klang, und alle Preiſe, die mein Lied gewann, hat ihr Auge verdient, das mir das Herz erſchloß.

Folge mir! ſagte wie in heftiger Bewegung der Dunkle, und ſchritt durch die Gebüſche; der Sänger ſtand ver⸗ wundert auf und folgte.

An des Meierhofs Rand ſchritten ſie fort, der hohe Mann klopfte, die Pforte ſprang auf und ein Mohr in den Kleidern des Orients beugte ſein Haupt tief vor ihm, ſchritt ihnen voran durch des Hauſes Thor und die mit blühenden, hohen Orangenbäumen und Lorbeeren beſetzte Flur, öffnete ihnen dann eine Thür, und ſie tra⸗ ten in ein helles und buntes Zimmer ein. Auf türkiſche Weiſe war Alles verziert, Polſterbetten, Baldachin, rei⸗ ches Silberzeug mit Früchten gefüllt, Blumen und hoch⸗ farbige Decken, Alles faßte das Auge mit ſeinem Glanze, doch Alles war nur todte Umgebung eines Mädchens, das wie hingewehte Blütenflocke auf dem Divan ruhte, und eine Laute im Arme hielt. Die reichen Steine ihres Diadems waren matt gegen ihre glänzenden Augen, die weiße Seide ihres Gewandes gelblich gegen ihre Haut, die volle Roſe auf dem Tiſchchen vor ihr bleich gegen das Frühlicht ihrer Wange. Leicht erhob ſich das liebliche Geſchöpf der Freude des Herrn der Welt, und legte ſich in des hohen Mannes Arme. Du bleibſt lange, mein Herr und Freund! ſagte ſie. Und nicht allein kommſt Du? ſetzte ſie verſchämt hinzu, und wollte den Schleier über ihr Geſicht herabziehen. Laß das! ſprach der Mann ſie hindernd. Dieſe Augen ſcheinen mir ſo