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1 drohte ihnen nach, dann legte er die Hand auf die hohe Bruſt, und ſein tiefes Auge ruhte fern auf dem hellen Fenſter des Schloſſes. Das Fenſter ging jetzt auf, eine weibliche Geſtalt legte ſich lang heraus, lag einige Mi⸗ õ nuten, winkte herüber, ſchloß das Fenſter, und verlöſchte das Licht. Der bleiche Mann ſtarrte noch hinüber, ſtill und wie todten Blicks, da tönte ein Saitenſpiel dieſſeits vom ufer des Sees, und eine weiche Stimme ſang zarte Worte..„ Blume wendet ihre Blicke 3 Zu dem ſchönen Sonnenſtrahl! 2 Feſtgebannt von Schickſals Tücke In das dunkle Klippenthal Schaut ſie in das gold'ne Licht; Sehnt ſich, doch erreicht es nicht, Bis im Sturm ſie bricht.
Aus dem kalten Norden ziehen 8 Leichte Vögel durch die Nacht Hin, wo Hellas Lüfte glühen, Zu des Südens Blütenpracht. WMreer und Tod ſcheut nicht der Mulh, Gilt es um das theure Gut Seiner Liebesglut.
Späte Nachtigall, warum ziehſt Du nicht hinüber in das Paradies? fragte der Mann, in die Gebüſche tretend.—.
Wohl eine ſpäte Nachtigall! antwortete eine milde . Stimme, und ein blondes jugendliches Geſicht ſah in den Mond und des Fragers Augen hinauf, und leicht hob ſich ein ſchlanker Jüngling, faſt noch Knabe, vom Raſen uf. Der Maienmond iſt vorüber, und die verſpätete
Nachtigall ſingt nun einſam ihr Lied.—
Kennſt Du das Haus da drüben?—
Ihr meint die Gottheit und nennt den Tempel! O


