Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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Dütchen ſüßer Feigen oder ein Maß lesbiſchen Honigs zuwägen.— Mit Grimm und die Fauſt am Schwert⸗ griff, drehete er ſich dann zu den Stadtherren. Glaubt ihr ein bevormundet Prinzchen euch gegenüber zu haben? fuhr er ſtürmiſcher fort. Glaubt ihr, wir röchen die beſchmutzte Lunte nicht, mit welcher ihr unſere klaren Augen blenden möchtet? Aeffet ihr die guten Leute von Lüneburg nach, deren kindiſch Gelüſt ſich ebenfalls nach meiner Feſte Kalkberg ſehnt, damit ihr rebelliſcher Sinn keine Ruthe zu fürchten hätte? Wahrlich, wäre euer Einfall nicht ſo dumm ausgeſprochen, man müßte ihn als klug loben. Dieſes Schloß alſo ſteht euch an, und mit ihm die Herrſchaft im Leingau, und als Geißel unſere Gemahlin ſelbſt, die wir nothgedrungen bis zur Wiederkehr hinter dieſen Wällen zurücklaſſen müſſen 2 O! ihr ſeid pfiffige Raben; nicht die Atzung allein, auch das Silber tragt ihr in euer Neſt, obgleich ihr's nicht gebrauchen könntet. Aber ihr findet den Mann an mir. Darum, bei meinem Barte!— das letzte Wort: ehe die Sonne im Mittag ſteht, liegen die geforderten Mark Silbers gut gewogen auf dieſem Tiſche; ehe die Sonne ſich hinter das Deiſtergebirg verſteckt, öffnet ihr uns eure Thore und nehmet tauſend meiner Söldner und einen meiner Feldoberſten in eure Mauern auf, euch zum Schutz, mir zur Sicherheit eurer Treue: wo nicht,

ſo iſt Fehde zwiſchen uns von heute an, und eure in

Flammen verlodernden Dächer ſollen die grimme Buße unſerer beleidigten Hoheit euch anſagen und als Warnung weithin verkünden durch meine Lande.—

Unwille zeigte ſich unverhehlt auf den Geſichtern der Senatoren, heftiger ſchüttelte der Edingerode das Haupt, und Hagen neigte ſich ritterlich und entgegnete kurzt

Blumenhagen, VII. 3