Kriegshaufen das Land; keine Stadt weiß, wer ſie mor⸗ gen berennet, wem ſie übermorgen gehören möchte. Des Kaiſers Majeſtät hat ſich für Euren Feind ausgeſpro⸗ chen, alle Ortſchaften des Lüneburger Territoriums von ihrem Eide losgeſagt und ſie dem fremden Stamme zu⸗ getheilt. Dennoch will die Stadt ihre getreue Anhäng⸗ lichkeit an das alte Fürſtenhaus beweiſen, ſie will Euch nicht verlaſſen, noch aufgeben, ſie will die Summe als Darlehn herſchaffen; doch verlangt ſie dafür Sicherheit ihrer Exiſtenz und ihrer Wohlfahrt in dieſen Kriegs⸗ läuften.—
Und was verlangt man? was? fragte Magnus im⸗ mer ungedulviger.— Das Verſprechen aller alten Privi⸗ legien, die von Euren erlauchten Vorfahren uns geſchenkt, und die Ihr und Eure Ritter oft beſchränkt, entgegnete Hagen mit feſter Stimme; einen Freibrief für ewige Zeit, und als ein geringes Pfand Eures Wortes und eigener Sicherheit den Beſitz dieſes Schloſſes für immer, damit dieſe Zwingburg aufhöre, ſie zu vedräuen und das junge Leben ihres Handels zu ſtören. Von unſern Bür⸗ gerſöhnen und Söldnern beſetzt, werden wir ſie uns und Euch zu behaupten wiſſen mit deutſchem Muthe; denn fiele ſie in die Hand Eurer Feinde, indeß Ihr fern ſeid in Fehde und Schlacht, dahin wäre dann auch die Frei⸗ heit unſeres Willens, wir müßten trauernd Euch ver⸗ laſſen, und unſere Opferung wäre eine fruchtlos ver⸗ ſchwendete geweſen.—
Ein lautes Hohnlachen ſchlug der Herzog auf. Was meinſt Du, Siegfried? fragte er ſpöttiſch. Willſt Du Dich ablöſen laſſen, Du gefurchtes Kriegsgeſicht von dieſen glatthäutigen Hauptleuten? Sie werden Dir Deine Wundnarben gut bezahlen, werden Dir für jede ein


