Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

31

Verlegen ſah der Redner auf ſeine Begleiter, dann ſtotterte er: Wohl erwogen hat der hohe Rath; jedoch iſt die geforderte Geldſumme in dieſer ſchweren Zeit leichter auszuſprechen als aufzuzählen, und nur wenn gewiſſe Bedingniß— Was Bedingniß? tobte Magnus auf, und ließ ſein Schwert, das er in den Kettengurt gehangen, auf das Getäfel niederfallen, ſo daß der Sprecher erſchreckt einen Schritt zurücktrat. Seid ihr kaiſerliche Kammerjuden oder rechtliche Bürgersleute 2 Wollt ihr ſchachern mit eurem Herrn, den euch Gott geſetzt und dem ihr gehuldigt? Iſt das Vermögen der Kinder nicht des Vaters Eigenthum, und darf er nicht ſchalten damit, wenns ihm gebricht und nützen könnte?—

Unerſchrocken trat da Herr Ernſt von Hagen vor, offen das helle Auge auf den Herzog richtend und die Rechte mit einer Bewegung der Ehrerbietung auf ſeine Bruſt drückend.

Erlaubt, Gnaden, ſagte er edel und freifinnig, daß ich das Wort nehme für meinen geehrten Kollegen, der nicht gewohnt iſt vor ſolch hohem Herrn zu ſtehen, und die kurze Verhandlungsweiſe der Kriegsfürſten in den friedlichen Mauern der Vaterſtadt nicht gelernt hat. Hättet Ihr ihn gnädigſt ausreden laſſen, würde Euch die Meinung des Senats vollſtändig klar geworden ſein.—

So hauet los Eure Meinung, mein ſchnellzüngiger Herr! fiel ihm Magnus ein. Kurz und klar, wie ichs liebe! Geld oder Zorn?—

Die Kaſſe iſt arm, das Volk erſchöpft, antwortete

beſonnen Herr Ernſt. Nur eine ſchwere allgemeine Außs

lage könnte ſolche bedeutende Summe zuſammenbringen. Dazu iſt die Stimme der Gilden ſchwankend, die Ge⸗

müther geſpannt. Der Sachſe durchzieht mit großen