Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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maß ſie mit dem Auge eine Weile, wie ſie im Halbzir⸗ zel ſchweigend ſtanden, dann that er einen raſchen Schritt gegen ſie hin und fragte mit ſprechender Geberde: Nun? — Hagen erwiderte ruhig den zündenden Blick des Herrn, Edingerode ſchüttelte mechaniſch ſein ſchwarz umlocktes Haupt, der Rathsherr von der Heide aber räuſperte ſich und begann ſeinen Spruch mit etwas ſcheuer und unfeſter Stimme.—

Als Abgeſandte und Bevollmächtigte unſerer lieben Stadt, ſprach er, welche ſich nicht meſſen darf mit den großen Städten am Weltmeer und an den gewaltigen Strömen Deutſchlands, die zu freien Handelsſtraßen werden für dieſe Glücklichen und Ausgewählten, ſondern nur im kleinen Verkehr, im Ackerbau und guten Vieh⸗ ſtande ihren Reichthum beſitzt, ſtehen wir hier vor dem mächtigen und durchlauchtigſten Herrn und Herzoge von und zu Braunſchweig, ihm zu danken für das huldreiche Schreiben und die gute Meinung——

Wild ſtampfte der Herzog mit dem Fuße, daß der Redner bebend zuſammenfuhr. Was Dank, was Mei⸗ nung! ſchrie er den Verſtummenden an. Wir haben nicht Zeit Eure Predigt anzuhören, denn der ſächſiſche Albrecht liegt ſchon drei Tage vor unſerer guten Stadt Winſen an der Luhe, und unſere Pferde tragen bereits die Sättel, uns im Fluge hinzuführen, damit wir mit Gottes Feuerſchwert die Frevler fortſchlagen von den ge⸗ treuen Mauern und unſern Unterthanen Luft machen. Darum kurz zur Sache, meine geehrten Herren! Hat der Senat erwogen, was wir mit Bllligkeit verlangten? Wollet Ihr unſerer Gnade würdig bleiben und die kleine

Summe zahlen, die wir forderten, weil ſie uns in dieſer

Stunde Noth thut?—