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Die Sitte halten ſie ſtreng, fuhr der Ritter fort. Sehet nur hin, am Leuenroder Grenzvfahle macht das blaue Kriegsheer Front; nur die drei Rathsverwandten ſteigen vollends zum Thor herauf, und werden ſogleich hier ſein. Ich will den jungen Grafen von Diepholt hinunterſenden, ſie nach Gebühr zu empfangen und zum Saale zu geleiten.—
Er hinkte an ſeinem Krückſtock hinaus. Magnus warf noch einen feindſeligen Blick vom Fenſter in den Hof, dann drehete er ſich raſch um gegen die Herzogin und ſah ſie mit ſtechenden Augen an.
Was verweilet Ihr noch, Frau Zttel? fragte er herriſch. Geht hinein zu Euren Frauen! Was hier ver⸗ handelt werden ſoll, feilſchet um beſſere Dinge als Nadel⸗ arbeit und Seidenſtoff.—
Die Herzogin ſchlug zu dem Gemahl ihr großes Augenpaar bittend auf; tiefe Trauer und Sorge ſprach in den Blicken; die Hände zu ihm erhebend, ſagte ſie dann mit zärtlichem Ausdruck: Magnus, mein hochver⸗ ehrter treugeliebter Herr, ſeid milde und gütig! Mehret nicht die Zahl Eurer bittern Feinde! O! vergeſſet nicht den Gott über Euch und bedenket das Ende.— Als aber der Herzog mit kalten verächtlichen Mienen ſich von ihr wendete, da nahm ſie ihre Arbeit und ging, aufgeregt durch die Beleidigung ihrer weiblichen Rechte, mit ſtolzer Haltung aus dem Zimmer.—
Nicht lange nachher erſchien Ritter Salder wieder in der Hauptpforte, öffnete ſie weit, und nach ihm tra⸗ ten die drei hannoverſchen Senatoren ein, feſten muthigen Schrittes, Ernſt von Hagen mit ritterlichem Freimuth den Fürſten begrüßend, die beiden Andern ſich tief beu⸗ gend vor dem gefürchteten Gewalthaber. Der Herzog


