Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

Pfui, Junker! fiel der Rottmeiſter ein. Schwatzt Ihr auch noch der Amme nach? Weſſen Brod ich eſſe, deſſen Lied ich ſinge, iſt ein treudeutſches Wort. Laßt mich ſo etwas nicht zweimal hören. Aber, Mädel, da meine Gurgel jetzt genugſam gefeuchtet iſt, ſo laß mich auch einmal mit Dir ein Examen halten, und for⸗ ſchen, ob Du das Antworten ſo fein wie das Fragen verſtehſt. Iſt heute im Schlummerlicht nichts paſſirt in der Nähe? Haſt Du, als Du die Aalſchnuren warfſt und die Körbe in den Fluß ſenkteſt, nichts von verdäch⸗ tigem Geſindel vorbeiſchleichen geſehen?

Bettler ziehen oben der Straße nach, antwortete das Fiſchermädchen aufhorchend, und Vagabunden und Gauner reiſen Nachts, wenn ich längſt die Thür ge⸗ ſchloſſen halte. Was meint Er denn eigentlich damit, und warum iſt Er denn eigentlich noch ſo ſpät auf den Stiefeln?

Fiſchen gehen wir, entgegnete der Rottmeiſter mit einem Zuge von grimmigem Hohn im Geſichte; und wenn Du uns das Retz ſtellen hülfeſt und den Köder würfeſt, könnteſt Du eine Mark Silber verdienen; denn der Herzog iſt ſplendid, wenn es gilt, und an dem Gold⸗ hecht, dem wir aufpaſſen, ſcheint ihm gar beſonders ge⸗ legen. Auch iſt's kein Bettelmann oder Strauchdieb, ſondern einer von den fettwanſtigen Burſchen, die vor dem Stadthauſe ſich in der Sonne braten und am un⸗ bezahlten Biere mäſten, ſo ein Fant, der hochmüthig thut mit dem blauen Wamms und der grasgrünen Schärpe. Er iſt uns wohl beſchrieben, und fangen wir den Spion und heimlichen Briefträger, ſoll ihm der

Botenlohn nicht ausbleiben. In der Stadt hat der Herr

auch noch ſeine treuen Anhänger, und die haben ehrlich