Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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füßig mit Krug und Becher dazwiſchen, und ſchob ihn vor ſich zum Herde zurück.

Da iſt der Trank, ſagte ſie haſtig, und hier ſind die Schemel. Gäſte auf die Streu zu ſetzen, würde ſich nicht ſchicken, und uns vor dem Junker keine Ehre bringen. Flink ſchenkte ſie dann ein, kredenzte und ſetzte ſich ſel⸗ ber dann auf das Stroh, das unvollendete Netz wieder zu Händen nehmend.

Hört Ihr's, wie ſie das Commandiren verſteht? lachte der Rottmeiſter. Wäre ich dem Hexenmädel nicht als Mutterbruder zu nahe verwandt, und litte es der Pabſt zu Rom, weiß Gott, ich nähme ſie flott weg; und hätte ichs Zipperlein vom Nachtmarſch, oder wäre mir einmal das Eimbecker Gebräu zu Kopfe geſtiegen, zöge ſie mei⸗ nen Küraß an und führte die Reiter in die Stechbahn. Solche Weibſen ſind rar zur Zeit.

Laſſet doch die Narretei, fiel ihm das Mädchen in das Wort. Erzählt mir lieber einen Schwank von Eurem Herzog. Iſt der denn wirklich ſo ein Knecht Ruprecht, vor dem die Jungfrauen laufen und der die Kinder frißt? Und iſt's wahr, daß er noch den Strick um den Hals trägt, woran ihn der eigene Vater einſtmals wollte henken laſſen 2

Tolle Mähr! murrte Rothger. Freilich iſt er ein Plagegeiſt für alle Schmarotzer und rebelliſchen Faul⸗ pelze im Lande, wie ſie das Peſthaus der Städte groß zieht, und darum haſſen ihn die Nachtmützen, die er von der Bratenſchüſſel und von der Bärenhaut auf⸗ ſtachelt.

Der Junker trat lächelnd vor das Mädchen hin und ſtreichelte mit ſeiner weichen Hand ihr Seidenhaar. Ihr ſolltet ihn nur ſehen, ſchönes Kind, ſagte er ſchmeichelnd,