Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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Flatz. Wer auch nur einen Pflaum am Kinn trägt, muß in den Sattel, und mein Herr von Lothe iſt nicht der Letzte geweſen, wird ſeinem Fechtmeiſter Ehre machen, und ſich die ſilbernen Sporen verdienen. Aber ſchaffe das Getränk, damit meinem Junkerchen die Stimme aufthauet; ſiehſt Du nicht, wie er Dich mit durſtigen Augen anglotzt, und ſeine betrübte Miene Deine Faul⸗ heit ſchilt?

Der Junker erwachte ſchnell aus ſeinem ſinnigen An⸗ ſchauen.

Nicht doch, Rothger, fiel er dem Lacher in das Wort; ſchieb Deinen nie geſättigten Durſt nicht mir in die Kehle. Ich ſtaunte nur Dein Mühmchen an, wie täglich mehr ihre Schöne aufbricht, gleich den Lindenknoſpen im Schloß⸗ hofe. Hat man ſie eine lange Woche nicht geſehen, iſt ihr Anblick neu und überraſchend, als ſchauete man ſie zum erſten Male. Um mich braucht die ſchöne Magd ſich nicht mehr zu mühen, mich hat der eine Blick ſattlich erquickt, und ich könnte nun wohlgemuth die ganze Nacht reiten durch Feld und Wald.

Galant, als wenn Ihr zu einem Fräulein ſprächet im Fackeltanze, entgegnete der Rottmeiſter. Aber Ihr ſehet, unſer Bronichen verſteht ſolch Hochdeutſch nicht, und iſt verſchwunden, das leiblichere und beſſere Labſal zu holen. Habt Acht, Junkerchen, und waget Euch nicht an die; ſie hat härtere Hände als die ſchmachtenden Bür⸗ germädel, und ſelbſt die Weibsbilder in unſerer Familie ſind derber Natur und ſetzen ein Halbdutzend Eurer aus dem Sattel, ehe Ihr auch nur ein Buſentuch oder einen Strumpfbandsfetzen davon getragen.

Er wollte ſich bei dieſem Spottſpruch gemächlich auf den Strohhaufen niederlegen, aber Febronia trat ſchnell⸗