Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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weder den rothen Hahn auf's Dach, noch einen Habicht in Dein züchtig Taubenhaus.

Iſt Er es, Vetter? entgegnete, allen Muth zuſam⸗ mennehmend die Dirne, und öffnete das Pförtchen, und mit gebücktem Haupte ſchritt der lange breitſchulterige Rottmeiſter in Helm und Küraß herein, und ihm nach trat ein ſchmucker junger Geſell im gemsledernen Koller, großem Federhute und mit einer glänzenden Goldkette auf der Bruſt geziert.

Nimm's nicht ungut, Mühmlein, brummte mit widri⸗ ger Freundlichkeit der Erſte, daß wir ſo ſpät Quartier nehmen. Soll auch nicht lange dauern, wollen nur die Fäuſte wärmen an Deinem Herde und die Gurgel laben an einem Becher Meth, den Vetter Siebert vorräthig zu haben pflegt. Die Nacht iſt kalt, und mein Junkerchen da iſt das Patroullereiten noch nicht ſo recht gewohnt. Wir ſahen von der Straße her Dein Lichtchen ſchimmern, und da vertröſtete ich ihn auf ein Stärkungsſtündchen, damit ich den edeln Herrn geſund nach Haus brächte, in⸗ dem der Dienſt uns die Heimkehr vor dem Frühlicht nicht erlauben möchte.

Das Mädchen ſtarrte großäugig den Gefährten des Rottmeiſters an, indeß dieſer das breite Schwert auf den Lehmboden niederraſſeln ließ und zum Feuer trat.

Ihr, Herr Junker Valko, fragte ſie ſcheu zurücktre⸗ tend, Ihr kommt zur Nacht von der Burg und aus dem warmen Stübchen herunter?

Ja, mein Dirnchen, lachte laut der Panzermann am Herde, indem er ſich den langen Schnauzbart glatt ſtrich, das Junkerleben iſt nun vorbei da oben, ſeit der ächte Kriegesfürſt einritt. Tanz und Brettſpiel und Kareſſiren

hat ein Ende und macht ehrenwerthern Verluſtirungen