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gefährlichen Briefſchaften bei Dir? Ach! dieſe blutge⸗ wohnten Bartmänner machten nicht mehr Federleſen mit ſo einem bürgerlichen Leben, als wir mit einem gefan⸗ genen Hecht. Armer Florian, an die nächſte Weide hin⸗ gen ſie Dich, und Dein Mädchen könnte dann das Ende der Pein im gelben Waſſer ſuchen! klagte ſie.—
Sorge nicht, lächelte triumphirend der junge Mann, indem er ſeinen Fuß mit dem derben Schuh auf den Herdrand ſetzte; unter dem doppelten Leder da ſucht kein Soldat verſiegelte Pergamentblätter; und faßte mich ſo eine Kriegsgurgel, iſt der verſchwiegene Schuh leicht ab⸗ geſchleudert in einen Graben oder Strauchwerk am Wege, und dem leeren Boten kann Niemand ſeine geheime Ge⸗ ſandtſchaft anſehen.—
Eine gewaltige Fauſt ſchlug jetzt mehre Male an die Hüttenthür, und das ſichere Paar fiel ſich im Schreck in die Arme, und wäre bald von dem Schemel herab auf den Fußboden geſtürzt. Hollah! Mühmchen, ſeid Ihr ſchon mit den Hühnern zu Bett gegangen? tönte eine dumpfe Baßſtimme. Halloh! Aufgemacht!—
Mäuschenſtill! Um Gott! flüſterte athemlos das Fi⸗ ſchermädchen. Es iſt der tolle Vetter Rothger von der Burg. Der klopft nicht um tauber Nüſſe willen ſo ſpät. — Zu einem Winkel am Herd riß ſie den Geliebten, zwang ihn, ſich niederzulegen und bedeckten ihn mit meh⸗ ren Bunden Stroh, die, eben vom Boden geworfen, noch auf dem Vorplatz lagen, der Kuh zum Lager be⸗ ſtimmt. Dann nahm ſie raſch das Lämpchen, ging in die Kammer und rief von dorther mit mürriſchem Tone dem ſpäten ungebetenen Gaſt und Störer zu.
Nun, mach' nur auf, Bronichen, antwortete der Nacht⸗ wandler außen; ſind gute Freunde, und bringen Dir


