Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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bis hier herunter. Aber was will der riegsluſtige, ſtrrit⸗ ſüchtige Herr denn bei euch?

Was er will, Närrchen? entgegnete Florian achſel⸗ zuckend. Gerade das, was die Meiſten von denen wollen, die ſolche begierige Raubthiere im Wappen führen: Gold will er von der Kämmerei, Anleihe, Vorſchuß, Subſidien, wie die ſaubern Worte ohne Kredit lauten, um neue Rüſtungen zu bezahlen. Das Schloß hat er viſitirt, die Zwingburg, die uns Allen ein Dorn im Auge iſt, und in deren Verließ mancher Ehrenmann ſchmachtet, weil er ein Wort der Wahrheit zu laut ge⸗ ſprochen. Alle Wälle hat er höher werfen laſſen; auch die Stadt hat Wurfmaſchinen hinauf liefern müſſen, und alle Burgmänner, die zu Lehn ſitzen, Ritter, Müller und Köthner haben tagelang mit Wagen und Pferd runde Wurfkieſel vom Ufer der Himena hinauffahren müſſen, die Mauerkäſten zu füllen; den Herrn Statius von Be⸗ volte hat er entlaſſen, weil er ihm noch viel zu gütig war gegen Mannen und Volk, und ſtatt ſeiner iſt der von Salder mit der Kruck, der hartherzigſte und grim⸗ migſte ſeiner Oberſten, Kaſtellan und Burgcommandant geworden. Wenn man dem alten ziegenbärtigen Kriegs⸗ knecht nur ein Mal in die kleinen Funkelaugen ſieht, ſo träumt man acht Nächte hindurch von nichts als Mord und Brand und allen übrigen Lebensnöthen.

Febronia ließ ihr Netz auf die Knie ſinken und fragte mit erſchrockenem und kurzem Athem: Und Du ſprachſt von gefährlichen Dienſten und gehſt zur Nachtzeit botweiſe? Alſo ſicher nicht im Vertrauen des gewaltigen Herrn auf dem Schloß?

Der Stadtdiener ſtreichelte ihr die erblichene Wange. Deine Liebe ſchauet aus der Furcht mich an, und das