Teil eines Werkes 
7 (1843)
Entstehung
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der Getödteten Wamms ſteckt man einen neuen Söldner, die Gefangenen werden ausgelöſet, wozu der Bürger ſeine Sparbüchſe geben muß, und von vorn an geht der Tanz. Böſe Hunde haben zerriſſene Felle, aber ſie beißen nach jedem Riß ſchärfer. So zieht der wüſte Herr, der Magnus, im Lande herum und tyranniſirt und brand⸗ ſchatzt die eigenen Städte. Fürſten und Rathsmänner wurden ihm abhold; ſein eigener Schwager, der von Schaumburg, der die Mechtild, des Bruders Ludwig Wittwe, freiete, iſt auf der Sachſen Seite getreten, und der junge Albrecht und ſein Ohm, der Wenzeslaw, ſind mit vielen Kriegshaufen hereingerückt, ihm das Garaus zu ſpielen, und die geiſtlichen Herren nennen ihn nur die Ruthe Gottes. Aber wer will die Ruthe brechen? Er iſt bei aller Wildheit klug genug, mit ſei⸗ nen Reitern heute hier und morgen da, überall und nirgends. Bei Dinklar ward er zu nichts gemacht, an der Elbe gepeitſcht; aber eine Woche ſpäter ſtand er wieder vor einem Haufen Wildfänge, die von der Fauſt leben, und das Volk glaubt, er ſei ein Bündner des Böſen, und die in ſeinem Dienſt getödtet, ſtänden Ta⸗ ges nachher wieder lebendig in ihrer Heimath auf. Seit dreien Tagen iſt er ſchon eingerückt auf Schloß Leuen⸗ rode zum Schrecken der Stadt, und hält da Hof, als wärs mitten in Friedenszeit, denn ſein Gemahl, ein ſtattliches Weibſen, muß immer bei ihm ſein, man ſagt aus Eiferſucht; denn ſo ein wild Gemüth, das ſich nichts Gutes bewußt iſt, trauet auch Andern nur Böſes zu.

Der Herzog oben auf dem Berge? fiel Febronia er⸗ ſchrocken ein. Darum ſtreiften dieſe Tage ſo viele im blanken Harniſch auf der Straße hin und her, daß die Sonnenſtrahlen von ihren Stahlbrüſten zurückfunkelten