Herren Wort ſoll auf dem Winde fahren, ſprechen die Leute.—
Das verſtehſt Du nicht, mein Herzlieb! ſagte Florian mit Wichtigkeit. Sitzet es ſich denn nicht beſſer in einem Steinhaus als in dieſem Hütichen, deſſen Spalten Wind und Regen einlaſſen? Und ſchläft ſich's nicht beſſer im Daunenbett als auf der Streu, mit kurzem Wollmantel halb zugedeckt? Nein, ich muß mein Weibchen als eine ſtattliche Bürgerfrau zur Kirche wandeln ſehen in der Sammthaube und dem ſchwarzen Faltenrock; ſie muß mir das duftige Fleiſchgericht Sonntags in der feinen Schüſſel von blankem Zinn auf den Tiſch tragen. Du ſelbſt müßteſt ja an meiner Liebe zweifeln, wenn ich ſolche Ausſicht aufgäbe ohne Noth; denn wer ſo recht von Herzen liebt, wem ſeines Mädchens Glück mehr gilt als ſein eigenes, der ſcheuet nicht Sorge und Arbeit, ſie ſo hoch zu ſtellen als er kann und es ihm Gottes Wille erlaubt, und labt ſich ſelbſt am Wermuthstrank Geduld, bis ihn Hoffnung und Zuverſicht zu ſüßem Weine um⸗ wandelt. Der Ritter von Hagen und der Proconſul Lüdeke ſind geſtrenge, aber gottesfürchtige und recht⸗ ſchaffene Herren; ihr Wort iſt einem Eide gleich, und die gefährlichen und getreuen Dienſte, die ich ihnen in letzter Zeit geleiſtet, machen mich des Lohnes gewiß. Auch liegt ſchon ein blanker Sparpfennig für mein Febro⸗ nichen im tiefſten Winkel der Truhe bereit, lauter ſchwere Silbergroſchen; und wenn Dein Vater nicht ſo ein Eiſenkopf wäre, könntet ihr immer zu mir in die Stadt ziehen, ehe die ſchwere Kriegszeit euch hier außen noch Moleſtie brächte. O Febronia, ſetzte er ſeufzend hinzu, ſchon lange träume ich Nachts ſchwer und gräßlich, und wenn ich dann in Angſtſchweiß erwache, ſo bete ich recht


