Teil eines Werkes 
6 (1843)
Entstehung
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begehrt der Herr? hervorſtieß, und ſich ſelbſt dann er⸗ wartungsvoll wie zur Audienz zuerſt niederſetzte.

Ich kam, mit dem Herrn von Sparneck eine Ab⸗ rechnung zu halten; ſprach ernſt der Fremde in gutem Franzöſiſch; ſie kömmt ſpät, aber noch immer zu rechter Zeit, da der Tod dem Schuldner wie dem Gläubiger Friſt gegeben.

Erzürnt erhob ſich der Baron mit Haſt. Nicht weiter, mein Herr! ſagte er herriſch. Das iſt ein geſchloſſenes Buch für uns, und man klopft an die unrechte Pforte. Unten im Schloſſe, wo die Gerichtsherren ſich übermüthig einlogirt, wird man die gebührende Antwort nicht ver⸗ weigern.

Ich ſtehe an der rechten Pforte, enigegnete der Fremde mit gehobener Stimme; ich ſchlage mit der Fauſt dagegen, wie Ihr einſt geſtoßen habt mit dem Lanzenſchaft an mein Wappenſchild. Mein Name iſt Agoſtinho Ma⸗ noel Joſe Vicomte de Calca E Pina, mein Vaterland das edle Hispanien.

Der Baron ſchaute verwirrt auf den Sprecher; er ſchien in ſeiner Erinnerung zu ſuchen, doch mußte er den unwillkommenen Fund gethan haben, denn über ſein Geſicht, das nicht bleicher werden konnte, zog ſich dennoch ein aſchgrauer Flor, und ſeine Linke ſtützte den wanken⸗ den Leib an der Fenſterbrüſtung.

Ihr habt einſt gezweifelt, Baron, an dem guten Klange dieſes Namens, fuhr Don Agoſtinho gelaſſener fort, und ich ſcheute die weite Fahrt nicht, dieſen Zweifel zu beleuchten. Ihr ſollet Euch gut verſtehen auf das, was edelmänniſch iſt, und darum werdet Ihr erkennen, wie mich der Augenblick erfreut, in dem ich endlich zu erfüllen vermag, was die Titulados und Cavalleros,