Teil eines Werkes 
6 (1843)
Entstehung
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mit den matten Glasaugen durch das offene Fenſter über den Tannenwald hinausſtarrte.

Viele Fremde angekommen zu der morgenden 2 das Wort blieb auf der Lippe, doch die Magd verſtand den Herrn und antwortete ſchüchtern: Es wimmelt in allen Höfen von Edelherren, Pächtern und Anwälten, und jeder Schenkwirth hat die letzte Kammer voller Gäſte. Die Leute jauchzen, denn ſeit lange ſchrieb ihre Kreide nicht ſolchen Verdienſt aufs Brett.

Der Baron preßte unmerklich die Zähne aufeinander, ſeine Blicke ſchlugen ſich auf zu den Wolken und er ſprach halblaut: Schläft denn da droben der

Aber auch dieſen Ausruf vollendete er nicht, ſondern ſein Auge ſank wie erſchreckt vor etwas Unheimlichem zu Boden, und ſeine Hand winkte befehleriſch die Alte hin⸗ weg. Eine Weile hatte er ſo geſeſſen wie in agoniſcher Gedankenloſigkeit, da trat Tom, der junge Diener des Junkers Antonio, ſchüchtern herein, und meldete einen Beſuch, hinzuſetzend, daß der Gemeldete anders ausſähe und anders ſpreche wie die Leute hier zu Lande. Der Baron winkte nach der Thüre und als der Diener, an ſtumme Befehle gewöhnt, dieſe öffnete, empfing er ſtehend und mit gewohnter, würdiger Haltung den Eintre⸗ tenden.

Es war der Fremde in Pelzrock aus der froſtigen Schenke, und der Zuſchauer, wäre Einer zugegen gewe⸗ ſen, würde das ſeltſame Bild angeſtaunt haben, wie die beiden ſilberhaarigen Greiſe ohne Begrüßung ſich mehre Sekunden gegenüberſtanden, der bleiche, hagere Baron ſtutzend die feindſeligen Blicke des kräftigen, farbigen

Spaniers zu erwidern ſtrebte, mechaniſch mit der Rech⸗

ten nach einem Seſſel deutete, und ein trockenes: Was