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nämlich heim von langer Reiſe bei den Hottentotten und Lappländern, und brachte Weib und Kind mit von da. Aber der Madame ſchmeckten unſere Suppen und Bra⸗ ten nicht, und ſie ging wieder davon mit einem fremden Liebhaber, und ließ Mann und Kind im Stiche.— Der Wirth ſah den Blick nicht, den der Zuhorchende auf ihn ſchoß, ſonſt würde ihm das nächſte Wort in der Kehle geblieben ſein.— Gleich darauf fiel der Junker in eine ſchwere Krankheit und ſie trugen ihn in das Erbgewölbe.—
Ich wußte das, ſeufzte halblaut die Dame. Mein Brief mußte ihn tödten.——
Die Schloßviener ſprachen, der gute Herr habe im Sterben einen Fluch ausgeſtoßen über das ganze Haus, und der harte Fluch muß auf gerechten Grund gebauet geweſen ſein, denn der Himmel ſcheint ihn nicht überhört zu haben. Jedes Jahr nahm ſeitdem das Grab Einen der Familie fort. Zuerſt ſtarb das Fräulein, ſechs Mo⸗ nate nach der Hochzeit, und der Herr von Nothhaft, ein wackerer Edelmann, verkaufte aus Gram ſeine Güter und wanderte aus über die See nach Amerika. Dann kam Feuer aus im Schloſſe und die alte Dame wurde ſchwer im Brande beſchädigt, ein böſes Fieber trat hin⸗ zu, und auch ſie erlag. Im dritten Jahre ſchickte man vom Regimente die Rachricht vom Ableben des zweiten Junkers; er ſollte im Duelle erſchoſſen ſein; Andere meinten aber, er habe ſich ſelbſt aus der Welt befördert, weil er ſein gewohntes Leben, das ein bischen wüſt und unordentlich eingerichtet geweſen, bei den mangelnden Zuſchüſſen aus des Papas Beutel nicht habe fortſetzen können, und zu eigenſinnig geweſen, einen andern Wan⸗ del ſich anzugewöhnen. Nun iſt Niemand übrig, als der
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