Teil eines Werkes 
6 (1843)
Entstehung
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lege ich auf den Tiſch Deines Vaters. Ich bin reicher

als er, denn ich wandere im Vertrauen unter Gottes Hand und im Schirm der Heiligen, und mein Herz ſchlägt, blutet, ringt und duldet für die, welche der Himmel hinan gelegt.

Das Blatt entſank der Hand des Leſenden; er hob die Geldrolle in der Hand und hielt ſie mit ſtarrem Arme, mit ſtarren, blitzenden Blicken dem Vater hin. Blutgeld! rief er. Iſchariotskauf! So wußte ich's doch? So ward dem Gräuel die Höllenkrone aufgeſetzt, die Mutter gezerrt, geriſſen, geſtoßen vom Herzen des Mannes, vom Herzen des Kindes? Vertrieben, gehetzt in Wetter und Nacht, bloß und allein in die erbarmungsloſe Welt? Und unter ihrem Herzen? Die Geldrolle entfiel ihm, er ſchwankte. Tom, kreiſchte er, ein Pferd, augen⸗ blicks ein Pferd! Antonio, komm, Antonio, zur Mutter! Er taumelte zum Stſſel, Krämpfe verzerrten ſein Antlitz, ſein Bild fackelte auf wie ein Mordbrand. Fluch! ſtöhnte er. Dieſes Haus Gerechtigkeit verflucht! und in wüſten Zuckungen verlöſchten Sprache, Athem und Beſinnung.

Um ſieben Jahresſtriche war der Zeiger der großen

Zeitenuhr ſeitdem fortgerückt. In dem einzelnen Gaſthauſe,

die froſtige Herberg genannt, weil es auf einer kahlen, windigen Höhe lag, von welcher man gegenüber den Thurm und die grauen Mauern des alten Sparneck aus dem Fichtenwalde hervorragen ſah, und hinabwärts einen

Avlerblick in das ganz freundliche Dorf ſenden konnte; in einem Fenſter dieſes Gaſthauſes lehnte ein Reiſender

und ließ ſich von dem Wirth über die Gegend inſtruiren.