Teil eines Werkes 
6 (1843)
Entstehung
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mutter nicht vergebens in meeine Bruſt geſenkt haben, wo es kalt und heiß zugleich von jetzt ewig ſchneidet! Möge Verſöhnung, Liebe, Vertrauen in das Haus der Zwietracht kehren, wenn die ſchuldlos Verhaßte jene Schauerſchwelle nicht mehr berührt. Wache über unſern Antonio mit vier Augen und zwei Seelen. Du mußt ihm von jetzt an Vater und Mutter ſein, auf Dir laſtet von jetzt die künftige Verantwortung für ſein Glück, für ſein Seelenheil; die Mutter wird beten für euch Beide, und das Gebet der Unglücklichen und Verſtoßenen ſoll am ſchnellſten zum Himmel dringen, weil ihm mitleidige Engel ihre Flügel leihen. Gedenke freundlich der Zeiten am großen Strome und im Lande der Palmen und Cedern, dort wird Placida's Gedanke Dir täglich begegnen, und wenn Du die Stirn unſeres Antonio's küſſeſt und die krauſe Locke ſich leiſe regt, ſo empfinde darin den Geiſtes⸗ hauch der unglücklichen Mutter, die den Kuß mit Dir theilte. Sorge nicht um mich, ein frommer Apoſtel leitet und bewacht meine Schritte, und in dem Londe, dem ich entgegen pilgere, gibt es noch manches ſichere Schutzhaus für ſolche, die das Leben verſtieß oder die man um den Werth des Lebens beſtahl. Philippo, Du pilgerſt ja mit mir, und wirſt auch dort bei mir ſein, denn was unter meinem Herzen ſchlummert, biſt Du ja ſelbſt, und ein Fürſprecher wird daraus erwachen, deſſen Auge Verzeihung bittet, wenn eine trübe Abendſtunde den Gedanken bei der Einſamen erwecken könnte, Deine Hand hätte mich lieber auf die Bettelſtraße der Welt als in jenes Haus führen ſollen, wo Unmenſchlichkeit, Unduldſamkeit und Hader die Pforte bewachten. Wieder⸗ finden werden wir uns, wo kein Trennen zerreißt. Phi⸗ lippo, Antonio, mein Antonio, lebt wohl! Einlegendes