Teil eines Werkes 
6 (1843)
Entstehung
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ein Päckchen für den Kapitän ſtack in ſeinem Ledergurt. Er war der Führer des Prieſters und der Dame durch Berg und Wald geweſen, am Felſenthor hatten ſie Maul⸗

* thiere von dem Wirthe gemiethet, der ſolche für fremd⸗ ändiſche Gäſte bereit zu halten pflegte, und in der Grenz⸗ ſtadt war er von ihnen entlaſſen worden. 7

Die Familie ſtrömte neugierig zuſammen, Jeder mit beſonderem Intereſſe; mit einem Schrei zerriß der Kapi⸗ tän die Umhüllung und hob ſtaunend eine Geldrolle auf, die vor ſeinen Füßen niedergefallen. Hände und Lippen bebten, indem er las.

Ich ſcheide von Dir, mein Philippo, ſo ſchrieb Placida,mit zerfleiſchtem Herzen, weil ich muß. Weiße und ſchwarze Engel haben mir den Willen des Himmels verkündet, und wer dürfte ſich der Stimme Gottes wider⸗ ſetzen? Meine Nähe war unglückbringend für Dich, für unſern kleinen, lieblichen Antonio; das Schickſal forderte ein Opfer, und willig bringe ich mich, mein Leben, meine Zukunft ihm dar für euch. Es iſt nichts Kleines, was ich bringe; es war ein ſchweres, entſetzliches Ringen vor dem Altar des Höchſten; aber die Schmerzensreiche er⸗ ſchien mir und hauchte mir Muth ein und Kraft, daß ich nicht erlag. Es iſt das höchſte Geſchenk der Liebe, was ich Dir bringe; nie hat Placida den Mann ihres Her⸗ zens mehr geliebt, als in der Minute, da ſie ſprach: Ich gehe für immer, ich werde ihn nicht wiederſehen, den ich zuerſt und allein geliebt, ich werde die dunkeln Locken meines kleinen Lieblings nimmer wieder küſſen! Du erkenneſt das, Du fühleſt das wie ich, nicht wahr, mein 7 Philippo? Es wäre entſetzlich, wenn Du es nicht er⸗ kennteſt! O möge mein Opfer nicht umſonſt gethan ſein, möge ich das ſchneidende Schwert der Schmerzens⸗