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Der Mann war dem Anſcheine nach über den Wendepunkt des Lebensalters hinaus, aber ſeine Geſtalt ließ rüſtig, ſeine Bewegungen waren lebhaft, ſeine fremdartige Aus⸗ ſprache ſchadete der ſcharfen Betonung und dem feſten Ausdrucke der Worte nicht. Das graue Haar hatte noch hier und da eine ſchwarze Schattenſtelle, ein Probezeichen ſeiner Frühlingsfärbung, vor dem Blitz des düſtern Auges war der ſchmiegſame Wirth ſchon einige Male zurückge⸗ fahren, denn ſo viele Gäſte zur Sommerszeit die froſtige Herberg, angelockt von den Merkwürdigkeiten und rauhen Raturſchönheiten der Gegend, beſucht, und Katarrh und des Hauſes ſchlechte Küche nicht geſcheut, ſo hatte ſein durchlauchtiger, hölzerner Käfig noch keinen Vogel ſolcher Art beherbergt, der zur Sommerzeit ohne Beſchwerde im
koſtbaren Pelzrock ging, Eiswaſſer und Melonen begehrte, und den Schnee, den ein Bergknapp, ſplendide bezahlt,
aus dem ſogenannten Teufelsloche von einer Bergkuppe herbei ſchaffte, in ſeinen Wein miſchte und mit Behagen
hinabſchlürfte. Der Wirth mochte ihn vielleicht für eine
prientaliſche Inkognito⸗Majeſtät oder einen maskirten Räubergeneral halten.
Das weiße, geräumige Haus im Dorfe dort, von einem Baumwäldchen eingekränzt, wem gehört es? fragte der Reiſende.—
Das iſt das Herrenhaus, antwortete der Wirth, oder war es vielmehr, denn es iſt herrenlos ſeit letztem Neu⸗ jahr. Der Tod hat die Pforten zugeſchloſſen und läſſige Wirthſchaft, was er übrig gelaſſen, aus der Hinterthüre vertrieben.—
Der Reiſende ſah ſich nach einem Frauenzimmer um⸗ das im Grunde des Zimmers mit einem lachenden kleinen Mägdlein beſchäftigt ſaß.


