Teil eines Werkes 
6 (1843)
Entstehung
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17.

das Leben lieb wurde, ſeit ſich die Hoffnung auf mich niederſenkte, ſein ſchönſtes Juwel aus Eurer Hand zu empfangen? Soll ich das junge, thatenloſe Daſein nicht ſparen, damit ich verdienen darf, worauf mir das Schickſal den Anſpruch ſchenkte, damit mein Name, gleich gerühmt, wie der des Vaters, würdig eintreten möge in den Stammbaum der tapfern Ladrons, und die edle Ermuda nicht einen dunkeln Rittersmann be⸗ glücke?

Wir ſtehen im Felde, Herr Oberſt, entgegnete finſter blickend der General, und ſchlagen nicht die Laute unter dem Balkon eines liebeſiechen Fräuleins. Vergeſſet das nicht, mein Herr von Katzenſtein.

Liebe und Ehre, und Ehre und Liebe, ſind des Ritters Paniere, antwortete innig und warm der Jüngling, und was ſeit der Tafelrunde, was ſeit Carolus Magnus Hel⸗ denkreiſe bis jetzt vom adeligen Blute Großes geſchah, vollbrachte man unter dieſen Fahnen, und unter ihnen reichten ſich der edle Römer und der edle Deutſche die verwandten Hände.

Und wird mir die Verwandtſchaft lieb bleiben? ſprach der Graf vor ſich hin, mit ernſtem, hartem Ausdrucke. Erſchrocken ſah Michael auf zu ihm.

Welch' böſer Geiſt hat Euch heute gefaßt? fragte er ſchmerzlich. Könnt Ihr, der mir den Sohnesnamen gab, der mir in ſeinem Schloſſe die Werbung erlaubte um die holde Tochter, der unſere Wonnen mit zu fühlen ſchien, als ſich in Wien die jungen Herzen verſtändigten, könnt Ihr ſolch' herbes Wort mich hören laſſen in dem⸗ ſelben Augenblicke, wo ich blutend von einer Sarazenen⸗ kugel vor Euch liege, da mich der S durchzuckt aus heißer Wunde?

Blumenhagen. VI.. 2