Teil eines Werkes 
6 (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

Du biſt ein wackerer Junge, fiel der Graf, ſich be⸗ ſinnend, ein; doch wer verbürgt, daß nicht in Dir ver⸗ ſteckt derſelbe böſe Same ſchlummere, den die Sonne des Glücks aufgehen ließ in Deinem Vater zu einer Di⸗ ſtelflur, die Jeden tödtlich ſticht, der ſich ihr unbedacht zu nähern wagt? Meineſt Du, ich hätte den Kern der italieniſchen Jugend geworben und hergeführt auf Ferdi⸗ nands Befehl, daß die tolle Unbeſonnenheit dieſes Sohns der Fortuna ſie ſchlachten ſolle ſeinem Dünkel, der nicht auf Rath hört, nicht gelten läßt die Erfahrung Anderer? Iſt es nicht Raſerei, die ſtärkſte Feſte des Landes neh⸗ men zu wollen mit halbverhungerten Soldaten? Warum gilt dieſer Böhmen⸗General, der Albrecht Schlick, ihm mehr, als ich und meine Freunde? Aus dem Huſſiten⸗ lande kam dem Kaiſerhauſe ſchon des Böſen viel, und dieſer Böhme bringt mit ſeinem großſprecheriſchen Maul⸗ werk ohne That uns auch nichts Gutes. Ihr traget die weiße Katze im Schilde, die auf dem güldenen Berge ſitzt. Der goldenen Schätze gab Ferdinandus Euch die Fülle, und ſchnurrend bewacht ſie der Kater. Ein Bild der Vorſichtigkeit nennt es der Wappenherold; ich habe die Kralle gefühlt und den weißen Zahn, und nenne es ein Bild der Falſchheit und Rachſucht, die von hinten anfällt, was ſie haſſet.

Herr Graf von Ladron! fuhr Katzianer in die Höhe, und ſchlug mit dem ehernen Handſchuh gegen das me⸗ tallene Geſchütz, daß ſolches laut erklang. Was be⸗ liebt, mein Oberſt? fragte der General höhniſch. Reget ſich in Euch das Katzenſteiner Geblüt?

Ihr ſeid ja Ermuda's theurer Vater! ſetzte der Jüng⸗ ling dem heftigen Ausrufe zu. Nur Ihr dürfet unter dieſen Tauſenden Euerm Unmuthe ſolche Worte geben.