wurden bedeckt von langen Reihen weißer Gezelte, und wo der Wald heranreichte, hatten die leichten Ungarn und die gewandten Böhmen die Zweige der Eichen und Buchen zu dichten Laubhütten verflochten, und mit ihren kleinen Reiterfahnen, den Wappenſchildern ihrer Führer und den bunten Muſchelzäumen und Silberdecken ihrer trefflichen Roſſe verziert. Wachtfeuer brannten und kni⸗ ſterten im großen Halbzirkel, leuchteten aber nur matt unter dem reinen Mondlichte; dunkle geſpenſtige Schat⸗ ten bewegten ſich am trüben Holzfeuer, und zuweilen tönte nur ein dumpfer, heiſerer Anruf durch die tiefe Stille.—
Ganz vorn, auf der letzten Abdachung des Berges gegen das Thal hin, ſtand vor dem verglimmenden Wachtfeuer ein ſchweres Geſchütz, eine Karthaune der größten Art, und öffnete ihren gelben, blanken Schlan⸗ genrachen gegen die öſtlich gelegene Feſte. Auf dem glat⸗ ten Rücken des dräuenden Mordſchlundes ſaß Scipio von Landenberg, ein deutſcher Junker, den müden, kraus⸗ lockigen Kopf auf den Ellenbogen geſtützt, und neben ihm lehnte an dem ſchweren Radgeſtell Franciscus von Steinbrunn, ein Ritter aus Kärnthen, jener im leichtern Kriegerputz, mit Blechhaube und Küraß, dieſer in ſchwerer Reitertracht, von dem Scheitel bis zur Sohle mit Stahl bedeckt. Rechts vor ihnen ſchlummerte ein Haufen deut⸗ ſcher Landsknechte auf dem Sandboden zuſammenge⸗ drückt und geballt wie ein hundertköpfiger Drachenleib; links des Geſchützes ſtand eine Anzahl ſchwerer Pferde gekoppelt, und vor den ſchönen Thieren lagerte, an der Erde in gerader Linie hingeſtreckt, ein Dutzend ſchwerer Reiter, deren Eiſenzeug raſſelte bei jeder Bewegung, die einer der wackern Kriegsleute im Halbſchlummer machte.
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