Meber eines der ſchönſten Thäler Slavoniens goß der Mond ſein mitternächtiges Silberlicht. Kein Luftzug regte ſich; ſtill, wie die Furcht oder die Erwartung, ſchien die Natur ſammt ihren Geſchöpfen zu lauſchen mit verhaltenem Athemzuge. Das Thal breitete weit im Zirkel ſeine ſammetgrünen Teppiche aus; weſtlich ſenkte ſich ein kahler Bergrücken mählig zu dem weichen Schvoße hinunter, als habe ſich die Gebirgesgnome die⸗ ſen Weg gebahnt, darauf hinabzuſteigen zu den Quell⸗ Nymphen, welche drunten ihr Silberwaſſer in vielen Bächen ſpielend miſchten, und vom ungeheuren Walde her, der ſüdlich an das Thal ſich ſchloß, ihre unverſieg⸗
baren Urnen in die geſchlängelten Waſſerbecken ausgoſſen.
Nördlich rauſchte der Drauſtrom reißend durch die hohen Ufer, und umſpülte die ſtarke Feſte Eſſegg, auf deren Mauer an hoher Stange der türkiſche Halbmond glänzte, des kriegeriſchen Sultans Soleiman Feldzeichen, hier be⸗ wacht durch den Mahomet Jahiaoglis, ſeinen Statthal⸗ ter zu griechiſch Weißenburg, unterdeß der grimme Er⸗ oberer ſelbſt in einem andern Welttheile die Perſer das Gewicht ſeines Zornes fühlen ließ.
Auf der Gebirgsfläche im Weſten lagerte das Heer des römiſchen Königs Ferdinand des Erſten, des Bruders und Stellvertreters Kaiſer Karls; die freien Sandplätze


